Fleisch-Konsum: Laut Weltagrarbericht ist der Fleischverbrauch in den letzten 40 Jahren von 78 auf 250 Millionen Tonnen pro Jahr gestiegen. In Deutschland werden sogar 83 Kilo pro Kopf verspeist, in armen Ländern nur 9 Kilo. Das Fatale: Während in den Entwicklungsländern Menschen an Hunger sterben, sterben sie hier an den Folgen von Fress-Sucht und Übergewicht.
Die Weideflächen leiden unter der Übernutzung und eine Steigerung der Fleischproduktion ist auf traditionellem Weg nicht mehr möglich. Statt dessen werden wertvolle Lebensmittel wie Mais, Soja und Weizen an die Tiere verfüttert. Die Quote der Kalorien-Umwandlung liegt bei Schweinen, Eiern, Milch und Zuchtfisch bei 3:1, bei Rindern sogar bei 7:1. Von den verlorenen Kalorien könnten 3,5 Milliarden Menschen ernährt werden!
Tipp: Nur noch einmal pro Woche Fleisch oder Fisch essen. Auch Eier und Milchprodukte auf ein Minimum reduzieren. Das würde auch das Gesundheitssystem enorm entlasten, da viele Krankheiten zurück gehen würden. Mehr Tipps gibt es beim Vegetarierbund, www.vebu.de
Wasser-Ressourcen: Unser Planet besteht zu einem Großteil aus Wasser. Dennoch fehlt einer Milliarde Menschen sauberes Trinkwasser. Millionen Frauen und Kinder müssen zudem das wertvolle Nass kilometerweit tragen und nehmen dafür gefährliche Wege auf sich. Aber auch in der Landwirtschaft fehlt Wasser. Dabei ist die künstliche Bewässerung aus Flüssen, Seen und Grundwasser in den vergangenen 50 Jahren um das Dreifache gestiegen.
Um der Wasserknappheit entgegen zu wirken, muss mehr Regenwasser genutzt werden. Dazu kann die Verdunstung aus dem Boden verringert und die Speicherkapazität erhöht werden. Außerdem können mehr regionale Wasserspeicher und Bewässerungssysteme gebaut werden. Problematisch: Durch den Anbau wasserzehrender Pflanzen wie Mais (oft Tierfutter) und Baumwolle werden ganze Landstriche – vor allem in Afrika, Asien und Lateinamerika – ausgetrocknet.. Außerdem werden wasserspeichernde Waldflächen abgeholzt und Wasser durch die Industrie und die konventionelle Landwirtschaft vergiftet.
Tipp: Überwiegend Bio-Produkte kaufen, da beim Anbau das Wasser nicht mit Pestiziden und Schwermetallen verschmutzt wird. Außerdem nur wenige Produkte nutzen, zu deren Herstellung viel Wasser gebraucht wird. Dazu zählen neben Fleisch und Milchprodukten auch Baumwoll-Produkte, Kaffee und Schokolade. Mehr Infos dazu gibt es hier: www.virtuelles-wasser.de, www.viva-con-agua.de
Bio-Sprit: Es klang wie die Lösung aller Probleme – statt weiter auf Öl zu setzen, nutzt man nachwachsende Ressourcen, um den hohen Treibstoff-Bedarf zu decken. Leider hat niemand an die Auswirkungen gedacht: Mais, Raps, Zuckerrohr und Palmöl wurden subventioniert und tonnenweise zu Bio-Sprit umgewandelt. Die Folge war, dass die Preise für Lebensmittel im Jahr 2008 drastisch stiegen, weil die knappen Anbauflächen für die Produktion von Treibstoff statt zur Ernährung der Bevölkerung genutzt wurden.
Auch die Idee, mit Bio-Sprit CO2 einzusparen hat sich als kritisch erwiesen. Denn durch die Abholzung von Wäldern (zur Gewinnung neuer Anbauflächen), den Anbau und die Aufbereitung der Pflanzen wurden die Werte im Vergleich zum Öl teils sogar überschritten. Laut Weltagrarbericht bräuchte man zwei Drittel der gesamten Ackerflächen, um auch nur 20 Prozent des Ölbedarfs zu decken.
Tipp: Der beste Weg ist, den Öl- und Spritlkonsum zu verringern. Nutzen Sie öfter öffentliche Verkehrsmittel, Car-Sharing (z.B. Cambio) oder das Fahrrad. Wenn Sie Geld anlegen möchten, dann investieren Sie in Fonds, die zum Bau von Solar- und Windkraftanlagen eingesetzt werden. Wechseln Sie Ihr Girokonto zu einer Bank, die ökologische Projekte unterstützt (z.B. GLS-Bank)
M. Muster
Mehr Informationen unter www.weltagrarbericht.de oder
Zukunftsstiftung Landwirtschaft
GLS Treuhand e.V.
Christstraße 9
44789 Bochum, Deutschland
Tel: 0234 / 57 97 141
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von Marika Muster - 2.03.11
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